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Stimmen zum Spiel

26.08.17

"Wir haben ein geiles Spiel gemacht!"

Der Hamburger SV gewinnt nach einem leidenschaftlichen Auftritt mit 3:1 beim 1. FC Köln. Dementsprechend zufrieden fiel das Fazit der Rothosen zum Spiel aus. Gleichzeitig wurde der Erfolg aber auch realistisch eingeordnet. 

Was für ein Bundesliga-Spiel in Köln: Der HSV geht bereits in der ersten Hälfte durch Treffer von Andre Hahn und Bobby Wood mit 2:0 in Führung. Dann muss Referee Dr. Felix Brych verletzungsbedingt zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden und nur 30 Sekunden nach dem Wiederanpfiff zeigt sein Vertreter Sören Storks in seinem ersten Bundesliga-Spiel überhaupt Mergim Mavraj die Gelb-Rote-Karte. Der HSV verteidigt daraufhin in Unterzahl aufopferungsvoll, hat lange Zeit alles im Griff, kassiert dann aber in der siebten Minute der 14-minütigen Nachspielzeit den Anschlusstreffer durch Sörensen. Als das Kölner Stadion nochmal richtig kommt, setzt Albin Ekdal zu einem furiosen Konter und Lewis Holtby vollstreckt zum 3:1-Sieg und schießt den HSV an die Tabellenspitze! Ein Spiel mit etliche Geschichten, das die Rothosen bei allem Jubel in der Mixed-Zone des Stadions realistisch einordneten. HSV.de präsentiert die Stimmen zum Spiel.

Andre Hahn: Wir haben ein geiles Spiel gemacht - gekämpft, gefightet, eine tolle Mentalität und einen tollen Charakter gezeigt! Mit so einem Start hätte niemand gerechnet - außer uns selbst. Es wird Zeit für positive Schlagzeilen. Es ist schon krass, was hier nach Osnabrück und selbst nach dem Augsburg-Sieg los war. Ich hoffe, dass wir die richtigen Antworten gegeben und die Kritiker ruhiger gestellt haben. Ich bin dabei froh über mein erstes Bundesliga-Tor für den HSV. Der Ball kam perfekt vor meine Füße, ich musste nur noch durchziehen. Solche Bälle treffe ich meist am besten. Als der Ball meinen Fuß verlassen hat, habe ich direkt gespürt, dass ich den Ball perfekt getroffen habe und er einschlägt. Der Jubel galt anschließend meiner Familie. Sie ist auf meinem rechten Arm in Form eines Tattoos verewigt und ich küsse dieses Tattoo nach jedem Tor und bevor ich auf den Platz gehe.       

Christian Mathenia: Ich bin stolz auf jeden einzelnen Spieler. Es war großartig, wie sich jeder reingehauen hat - überragend. Wir sollten die Tabellenführung jetzt genießen, sind aber doch absolut realistisch und wissen das richtig einzuordnen. Wir haben in der vergangenen Saison gesehen, wie wichtig ein guter Start ist und diese sechs Punkte kann uns erstmal keiner mehr nehmen. Wenn wir so weitermachen - jeder für den anderen einsteht - dann ist das der Anfang der Reise. 

Filip Kostic: Das ist ein großartiges Gefühl und war sehr wichtig, zum zweiten Mal zu gewinnen. Für den Moment ist es eine Genugtuung, da oben zu stehen, aber es geht weiter und wir müssen absolut ruhig und fokussiert bleiben. Ich persönlich arbeite sehr hart an mir, wollte auch nach der Verletzung bestmöglich zurückkommen. Ich habe viel im Kraftraum und im Cardio-Bereich geackert. Das zahlt sich jetzt aus, auch wenn ich erst bei 90 Prozent bin. Die Harmonie mit Andre und Bobby läuft gut, wir sind drei schnelle Spieler und konnten deshalb heute gemeinsam auch defensiv die Löcher schließen. Schade, dass mir selbst nicht noch ein Tor gelungen ist. Ich hatte eine gute Chance, aber nach 90 Minuten ist man irgendwann auch platt. (lacht) 

Albin Ekdal: Ich bin gelaufen und gelaufen und gelaufen, habe niemanden gesehen. Außer im letzten Moment dann Lewis und dann habe ich rübergespielt. Ich weiß, dass ich so schnell sein kann und habe noch mal alles rausgeholt. Unsere erste Hälfte war trotz des Jubels über den Sieg aber nicht gut. Wir haben mit etwas Glück zwei Tore gemacht. Im zweiten Durchgang haben wir dann toll verteidigt und den einen entscheidenen Konter gesetzt. Mit Walace klappt es in der Abstimmung und Kommunikation immer besser. Es war nicht leicht für ihn am Anfang, weil er aus Brasilien einen anderen Fußball gewohnt ist und es hier viel schneller zur Sache geht. Jetzt findet er immer besser rein.

Dennis Diekmeier: Nach dem Pokal war die Woche sehr krass für uns und hat uns zusammengeschweißt. Wir wollten uns auf die Stärken besinnen, die uns auch in der letzten Saison ausgezeichnet haben: Absolute Geschlossenheit und Kampf bis zum Ende. Das hat uns das Trainerteam und der gesamte Staff nach dem 10. Spieltag der Vorsaison eingeimpft. Und heute ist es wieder gelungen: Jeder hat sich für jeden reingehauen, das war eine tolle Mannschaftsleistung. Meinen Torlos-Rekord nehme ich jetzt so mit und werde sicherlich auch ein paar WhatsApp-Nachrichten bekommen, darunter wird aber auch mal ein Bild der Tabelle sein. Das ist ein gutes Gefühl und wir würden jetzt natürlich gern direkt weitermachen. Ich freue mich für jeden unserer Torschützen heute. Auch für Lewis, der es stark macht, sich im Dienst der Mannschaft stellt und nicht hängen lässt. 

Markus Gisdol: Die Freude ist natürlich riesig, wenn du hier in Köln am zweiten Spieltag gewinnst. Vorher denkst du, wenn alles gut läuft, nimmst du einen Punkt mit. Und wenn dann alles noch perfekter läuft, sogar drei. In der ersten Halbzeit war Köln überlegener, aber wir waren einfach effektiver. Die zwei Tore im Rücken haben uns zugespielt. Nach der Spielunterbrechung war es schwierig für uns, weil wir schnell in Unterzahl geraten sind und Köln Positionen gut ausspielt. Aber die Mannschaft hat gefightet und ist viel gelaufen, eine herausragende Leistung. Wenn man sich die Spielanteile anschaut, hat Köln das Anschlusstor verdient gemacht, da haben wir aber nicht verteidigt. Es ist schön, dass wir mit sechs Punkten in die Länderspielpause gehen können. Das haben wir uns so vorher nicht gedacht.

Peter Stöger: Zunächst einmal Gratulation an den HSV. Wir haben heute relativ viel Aufwand betrieben und versucht das Spiel zu kontrollieren. Die Tore haben wir im Defensivverhalten nicht konsequent genug geklärt, sondern sie zu einfach zugelassen. Ich möchte nicht sagen, dass wir nicht versucht haben, alles was wir uns vorgenommen haben umzusetzen. Die Ideen, der Drang und der Wille waren da. Aber am Ende waren wir einfach nicht konsequent genug. Wir haben die Tore zu einfach zugelassen und deshalb hat der HSV auch verdient gewonnen.

 

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