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18.10.16

Albin, ist Innenverteidigung für dich in Ordnung?

Im Interview mit HSV.de spricht Albin Ekdal über Aberglauben, sein Spiel als Innenverteidiger und blickt auf die kommende Partie gegen Eintracht Frankfurt.

Für Mittelfeldspieler Albin Ekdal war es eine Premiere am vergangenen Samstag: Beim Bundesliga-Spiel des HSV bei Borussia Mönchengladbach (0:0) sah Cleber Reis nach einer vermeintlichen Notbremse an Gladbachs Lars Stindl in der 25. Spielminute die Rote Karte. Die Innenverteidigerposition an der Seite von Abwehrchef Emir Spahic musste neu besetzt werden. Albin Ekdal übernahm die für ihn ungewohnte Rolle und machte einen sehr guten Job, sicherte an der Seite von Spahic gut ab und trug so einen großen Anteil am Punktgewinn gegen die Fohlenelf bei. Auch für das kommende Freitagabendspiel gegen Eintracht Frankfurt (Anstoß: 20:30 Uhr) könnte Ekdal wieder eine Alternative für die Viererabwehrkette sein. Mit HSV.desprach der Schwede über Aberglauben, sein Spiel als Innenverteidiger und Freitagabendspiele.  

HSV.de: Albin, wie abergläubisch bist du?

Albin Ekdal: Ich bin überhaupt nicht abergläubisch – weder auf den Fußball bezogen, noch bei privaten Dingen. Ich bin der Meinung, dass es mentale Energie kostet, wenn man sich mit solchen Dingen beschäftigt. 

Bist du denn schon mal mit verrückten Ritualen anderer in Berührung gekommen?

Ja, ich habe bereits mit einigen Leuten zu tun gehabt, die abergläubisch sind. Ich kann mich an den Präsidenten eines Vereins erinnern, der seinen Spielern verboten hat, lila Kleidung und Schuhe anzuziehen. Außerdem durfte dort kein Spieler die Nummer 17 tragen, weil er der Meinung war, dass es eine schlechte Zahl ist. Das sind Sachen, die ich tatsächlich etwas verrückt finde. Ich befasse mich lieber mit den Dingen, auf die ich Einfluss nehmen kann. 

Am vergangenen Wochenende hast du mit deiner Leistung entscheidend Einfluss auf den Ausgang des Spiels genommen. Wären wir dein Coach und zudem abergläubisch, dann würden wir dich gleich nochmal in der Innenverteidigung spielen lassen. Das hat doch ziemlich gut geklappt gegen Gladbach…

Ja? (lacht) Nein, das stimmt schon. Das hatte aber sich auch etwas mit „Anfängerglück“ zu tun. Ich bin froh, dass es gut gelaufen ist und hoffe, dass sich die Dinge auch weiterhin positiv entwickeln.

Wie ist es denn dazu gekommen, dass du die Position von Cleber übernommen hast? Von außen wirkte es so, als würde Dennis Diekmeier zunächst die Position einnehmen.

Wir haben momentan nicht so viele Spieler, die dort spielen können. Ich war der größte Mittelfeldspieler auf dem Platz und habe intuitiv direkt gedacht, dass ich jetzt an der Reihe bin. Von daher war es eine logische Entscheidung und ich denke, ich hätte auch keinen guten Rechtsverteidiger für Dennis abgegeben (lacht). Zunächst dachte ich, ich würde nur einige Minuten dort spielen, aber die Umstellung hat in der ersten Halbzeit gut funktioniert, sodass wir uns in der zweiten Halbzeit dazu entschlossen haben, so weiter zu spielen.

„Wenn mich mein Team für die nächsten Spiele in der Innenverteidigung braucht, dann werde ich selbstverständlich auch dort alles geben."

Wie war es für dich, Innenverteidigung zu spielen und welche Rolle hat Emir dabei gespielt?

Es ist immer ein ungewohntes Gefühl, wenn man eine andere Position besetzen muss. Ich bin schon mein ganzes Leben Mittelfeldspieler. Wenn du dann plötzlich während eines so wichtigen Spiels die Position wechseln musst, fühlst du dich natürlich nicht mehr so sicher, wie auf deinem angestammten Platz. Ich habe mich an Emir orientiert, habe geschaut, was er macht und es versucht, ebenfalls umzusetzen. Ein großer Dank gilt daher ihm. Mir ist aber natürlich bekannt, wie sich ein Abwehrspieler im Regelfall verhalten muss und die Umsetzung hat zum Glück ganz gut funktioniert. 

Cleber ist für zwei Spiele gesperrt, Johan Djourou ist noch verletzt. Wenn dich Markus Gisdol am Freitag in der Innenverteidigung sieht, ist das für dich in Ordnung?

Ich möchte natürlich spielen und ich freue mich über einen Einsatz, egal ob auf meiner eigentlichen Position im Mittelfeld oder in der Innenverteidigung. Unabhängig davon, wo mich der Trainer sieht, werde ich mein Bestes geben. Natürlich bin ich ein Mittelfeldspieler und das ist meine Position, aber wenn mich mein Team für die nächsten Spiele in der Innenverteidigung braucht, dann werde ich selbstverständlich auch dort alles geben.

In Gladbach habt ihr am Ende gegen eine starke Heimmannschaft einen Punkt mitgenommen – und das auch noch in Unterzahl. Wie wichtig war der Punktgewinn?

Das war extrem wichtig für das Team und unsere mentale Stärke. Das Spiel in Gladbach war wirklich hart umkämpft. Wir waren in Unterzahl und haben auch noch zwei Strafstöße gegen uns bekommen. Wir hatten natürlich das nötige Glück, haben aber auch einen guten Job gemacht. Gerade nach unserer sieglosen Serie zu Saisonbeginn, war das Unentschieden wichtig. Allerdings haben wir auch erst zwei Punkte. Nach dem Spiel in Gladbach waren wir zufrieden, aber noch lange nicht glücklich. Wir brauchen jeden Punkt und wollen jetzt nachlegen. Dafür müssen wir weiter hart arbeiten und uns das Glück erarbeiten.

Am Freitagabend kommt Frankfurt ins Volksparkstadion. Die Eintracht hat am vergangenen Wochenende Unentschieden gegen Bayern München gespielt. Was für einen Gegner und was für ein Spiel erwartest du?

Frankfurt spielt bislang eine starke Saison – gerade wenn man die Leistung mit der zurückliegenden Spielzeit vergleicht. Sie haben sich spielerisch weiterentwickelt, was ihre Punkteausbeute auch gegen die Bayern bestätigt. Ich erwartete ein schweres Spiel, wie jede Begegnung in der Bundesliga, bin aber zuversichtlich, dass wir gewinnen und den Fans erstmals drei Punkte schenken können - das ist unser klares Ziel.

Aus Frankfurt gab es Äußerungen, dass man euch den Ball überlassen würde und aus der Defensive heraus agieren möchte. Wie seid ihr darauf eingestellt? 

Wenn das so ist und Frankfurt uns Platz lässt, dann werden wir das annehmen und mit dem Ball spielen. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns nicht von dem Gegner abhängig machen, sondern uns auf unser Spiel und unsere Stärken konzentrieren.   

Um nochmal auf den Aberglauben zu sprechen zu kommen: Welche Bedeutung haben Freitagabendspiele für dich? Wir können uns da an ein 2:1-Sieg gegen Werder Bremen erinnern…

Generell mag ich Freitagabendspiele sehr gerne. Die Atmosphäre mit dem Flutlicht ist beeindruckend, ich mag es abends zu spielen. Dass sie zuletzt immer gut für uns ausgegangen sind, ist natürlich ein schönes Gefühl. In der Mannschaft ist dies aber kein großes Thema. Egal, ob das Spiel freitags oder samstags ist – als Spieler willst du immer gewinnen.