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"Alles reingeworfen, aber ohne Glück"

DFB-Pokal

01.03.17

"Alles reingeworfen, aber ohne Glück"

Der Hamburger SV hat das DFB-Pokal-Viertefinale gegen Borussia Mönchengladbach unglücklich mit 1:2 verloren. Dementsprechend enttäuscht zeigten sich die Rothosen über das Pokalaus. 

Im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach hatten die Rothosen das Spiel über 52 Minuten lang voll im Griff. Das Team von Trainer Markus Gisdol präsentierte sich extrem griffig und absolut gewillt, die jüngste 0:8-Niederlage beim Rekordmeister abzuschütteln. Lediglich ein Tor wollte trotz guter Chancen nicht gelingen. Dann kam die besagte 53. Minute und Lars Stindl drehte mit einem verwandelten Foulelfmeter das Spiel zugunsten der Fohlenelf. Nur acht Minuten später erhöhte Raffael ebenfalls vom Punkt zum 2:0. Der Anschluss durch Bobby Wood (90.+2) kam zu spät. Dementsprechend enttäuscht zeigten sich die Rothosen nach der Partie in der Mixed Zone. Man habe alles reingeworfen, aber am Ende unglücklich verloren. HSV.de präsentiert die Stimmen zum Spiel.

Bobby Wood: Das Ausscheiden ist sehr bitter, aber wir können auf die gezeigte Mentalität, Leidenschaft und Herangehensweise stolz sein. Wir müssen unbedingt mit dem gleichen Spirit die weiteren Spiele angehen, dann werden wir auch wieder erfolgreich sein. Es ist toll und extrem positiv, wie die Fans heute zu uns gehalten haben. Nach so einem scheiß Spiel wie in München ist das außergewöhnlich. Sie haben uns mit ihrem Support heute extrem geholfen.  

Aaron Hunt mit einer Grätsche im Pokalspiel gegen Gladbach.
Aaron Hunt und die Rothosen kämpften unermüdlich, mussten sich aber unglücklich geschlagen geben.

Aaron Hunt: Es ist leider zum Kotzen. Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben. Wir waren die klar bessere Mannschaft und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten. Wir haben gerade in der ersten Hälfte ein sehr gutes Spiel gemacht, aber bei unseren Chancen fehlte uns etwas das Spielglück. Die beiden Elfmeter haben dann natürlich Kräfte gekostet. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. Das Spiel in München hat heute keine Rolle mehr gespielt und war nicht mehr in den Köpfen, was nicht leicht ist. Die Fans haben uns dabei von der ersten Minute an sehr toll unterstützt - ein großes Kompliment auch an sie.

Gotoku Sakai: Wir hatten viel Hoffnung auf das Weiterkommen. Gerade in der ersten Hälfte gab es für uns viele Chancen und wenn uns in dieser Phase ein Tor gelingt, dann nimmt das Spiel vielleicht einen ganz anderen Verlauf. So haben uns die zwei schnellen Elfmeter in Serie natürlich weh getan. Gerade bei dem zweiten bin ich mir nicht sicher, wie stark die Berührung war. Ich würde sagen, es war kein Elfmeter, aber ich habe hierzu noch keine Fernsehbilder gesehen. Insgesamt ist der Spielverlauf heute bitter, aber so läuft der Fußball. Sehr positiv ist, dass wir bis zum Schluss gekämpft haben. Wir haben ein ganz anderes Spiel als in München gezeigt, eine gute Reaktion.

Ostrzolek läuft ungläubig auf Referee Fritz zu, der auf Elfmeter entscheidet.
Matthias Ostrzolek verursachte mit einer leichten Berührung den zweiten Elfmeter.

Matthias Ostrzolek: Für mich war das kein Elfmeter. Ich bin zwar zu spät, versuche dann aber dem Kontakt noch auszuweichen und tuschiere ihn nur leicht mit dem Schienbein. Im Strafraum wird bei solchen Aktionen leider viel häufiger gepfiffen, und dort fallen die Spieler auch leichter. Wenn solche Aktionen auch abseits des Strafraums gepfiffen werden würden, dann hätten wir weit über 100 Fouls im Spiel. Bezüglich des Spiels müssen wir uns vorwerfen lassen, dass wir in der ersten Halbzeit nicht in Führung gegangen sind. Dennoch können wir heute viel Positives aus dem Spiel ziehen. Wir waren voll da und die Fans haben gesehen, dass wir alles reingeworfen haben, aber das Spielglück fehlte. Am Sonntag können wir es wieder nur gemeinsam mit ihnen schaffen. Als Spieler ist es schön, wenn sie uns so unterstützen. Ein großes Kompliment, dass sie so an uns glauben. Der Rückhalt der Fans ist extrem wichtig für uns. 

"Ihre Worte an uns waren außergewöhnlich und zeigen die enge Verbindung zwischen Fans und Mannschaft."

Markus Gisdol: Ich bin dem Auftreten meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben es geschafft, an die Leistungen vor dem Bayern-Spiel anzuknüpfen. Wir sind in der ersten Halbzeit richtig gut ins Spiel gekommen, haben es aber leider versäumt, in Führung zu gehen. Bei den Elfmetersituationen haben wir sehr unglücklich agiert, auf der Gegenseite fehlt uns das Quäntchen, um den Ball über die Linie zu drücken. Dennoch waren wir nah dran, Gladbach zu packen. Wenn wir auf diesem Weg weitergehen, können wir auch in der Bundesliga punkten. Die Fans haben uns heute überragend unterstützt. Sie haben ein gutes Gespür für die Mannschaft. Wir haben den offenen Brief der Fans bei uns in der Kabine vorgelesen. Ihre Worte an uns waren außergewöhnlich und zeigen die enge Verbindung zwischen Fans und Mannschaft, die wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben. Das ist für uns elementar wichtig. Wir brauchen ihre Unterstützung, es warten harte Monate auf uns. 

Dieter Hecking: Wir haben heute ein richtig gutes Pokalspiel gesehen. Die erste halbe Stunde war der HSV klar besser und hat uns vor Probleme gestellt. Erst nach der halben Stunde haben wir uns noch einmal zart angenähert. In der Halbzeit haben wir das Spiel analysiert, wollten und mussten noch einmal eine Schippe drauflegen. Die erste Halbzeit hat dem HSV viel Kraft gekostet, dadurch haben wir ein paar mehr Räume bekommen. Wir konnten dann besser unsere Schnelligkeit ausspielen und haben es bei den beiden Elfmetern gut gemacht. Wir haben den Gegner defensiv vor ein paar Probleme gestellt. In der Phase hätte ich mir auch ein drittes Tor gewünscht, weil wir die Möglichkeiten hatten, sie aber nicht konsequent genug ausgespielt haben. So steht das 2:1 und wir sind am Ende einfach glücklich, diese Hürde genommen zu haben, die tatsächlich sehr hoch war.

Die Stimmen zum Pokal-Viertelfinale seht ihr bei HSVtotal!