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Mit Vollspannung in den Jahresendspurt

Nachbericht

02.12.17

Mit Vollspannung in den Jahresendspurt

Mit dem 0:0-Unentschieden gegen den SC Freiburg am Freitagabend (1. Dezember) sicherte sich der HSV nach längerer Durststrecke wieder einen Auswärtspunkt. In den letzten drei Partien des Jahres soll noch einmal nachgelegt werden.

Es war wahrlich kein fußballerischer Leckerbissen, den sich der HSV und der SC Freiburg im gestrigen Freitagabendspiel (1. Dezember) der Bundesliga lieferten. Viel Kampf und intensive Duelle bestimmten das Spielgeschehen über weite Strecken, viele lange Bälle und Fehlpässe sorgten zudem für einen eher zähen Spielfluss. Doch am Ende sicherte sich der HSV im direkten Duell mit den Breisgauern einen wichtigen Punkt – und kann Verfolger Freiburg somit weiter auf Abstand halten. Auch wenn es vielleicht nicht das Ergebnis war, was sich einige vor der Partie und besonders nach dem starken Heimauftritt gegen die TSG Hoffenheim (3:0) erhofft hatten, überwog nach Abpfiff das Positive. Man habe einen wichtigen Punkt mitgenommen – gerade auswärts, wo doch bislang nur ein einziger Sieg gelang. Schönreden wollte das Spiel aber auch niemand. „Wir haben ein nicht allzu gutes Spiel gesehen. Das war trockene Kost“, gab beispielsweise Torhüter Christian Mathenia nach der Partie selbstkritisch zu Protokoll. Und auch Trainer Markus Gisdol schlug in dieselbe Kerbe: „Wir haben in den vergangenen Wochen in der Fremde zwar viel Lob vom Gegner bekommen, aber nicht gepunktet. Das war sicher nicht unser bestes Auswärtsspiel, aber wir haben alles reingeworfen.“ 

Auch einen Tag nach dem Duell gegen den direkten Verfolger zeigte sich der 48-Jährige in der Presserunde aber vor allem mit dem Einsatz seiner Mannschaft zufrieden. „Wir wussten, dass es gegen sehr heimstarke Freiburger ein schweres Spiel werden würde. Kämpferisch war unsere Leistung gestern gut, spielerisch nicht so gut“, sagte er selbstkritisch und betonte noch einmal: „Wir sind froh über den Punkt.“

HSV.de blickt an dieser Stelle noch einmal auf die gestrige Partie zurück, gibt einen Überblick über die Personalsituation und wagt einen Ausblick auf die kommende Woche.

Aaron Hunt im Zweikampf.
Aaron Hunt hatte in der ersten Halbzeit die beste Chance zur Hamburger Führung auf dem Fuß.

Zum Spiel: Nach einem guten Start in die Partie und der besten Chance in der ersten Halbzeit durch Aaron Hunt (19.) waren es am Ende die Gastgeber, die einen Gang höher schalteten und die Rothosen vor große Probleme stellten. Durch gutes Stellungsspiel vermochte es die Mannschaft von Christian Streich die Hamburger Offensive zeitweise gänzlich aus dem Spiel zu nehmen. Durch präzise Pässe in die Schnittstellen erhöhten sie zudem immer wieder den Puls der Rothosen. Besonders Nils Petersen drang immer wieder von den Kasten von Christian Mathenia. „Unsere Abstände waren nicht gut“, analysierte Gisdol in der Presserunde am Sonnabend. „Wir haben einfach keinen Zugriff auf die Dreierkette der Freiburger bekommen, die es geschickt gemacht und gut gespielt haben. Sie haben uns vor große Probleme gestellt.“

Doch die Defensive um einen erneut sehr starken Kyriakos Papadopoulos hielt dem Druck stand. „Wenn man merkt, dass nach vorne nichts geht, geht es in so einem Spiel darum, die Partie stabil zu Ende zu spielen. Besonders in der zweiten Halbzeit war es eine intensiv kämpferische Leitung von uns“, lobte der Cheftrainer. Zwar ließ das Abseitstor von Yoric Ravet (55.) den Puls der Rothosen noch einmal in die Höhe schnellen, doch Schiedsrichter Benjamin Brand hatte aufgepasst und den Treffer zurecht nicht gegeben. Am Ende blieb es so, wie bereits in fünf der vergangenen sechs Bundesliga-Duellen beider Teams, bei der Punkteteilung. „Natürlich gibt es viele Sachen, die wir besser machen können“, stellte Gisdol klar, „aber es war wichtig, dass wir nach den zuletzt erfolglosen Auswärtsspielen wieder gepunktet haben.“

Abseitstor durch Ravet im Spiel gegen Freiburg.
Papadopoulos war gegen Freiburg kaum zu überwinden, musste sich nur beim Abseitstor durch Ravet geschlagen geben.

Zur Personallage: Das Spiel gegen Freiburg war eine Begegnung, die besonders auf Hamburger Seite durch eine stabile Abwehrleistung geprägt war. Auch deswegen fand Gisdol am Tag nach dem 0:0 für seine Defensive lobende Worte, im Besonderen für Abwehrchef Papadopoulos, der die Freiburger Offensive am Freitagabend schier zur Verzweiflung trieb. „Wir hatten uns im Vorfeld vorgenommen, alles reinzuhauen, um zu Null zu spielen. Papa ist natürlich ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Abwehrverbundes“, lobte der Trainer. „Er ist ein Vorbild in Sachen Kämpferherz, mit viel Geschick in Sachen Zweikampfführung.“ Dennoch zögerte Gisdol nicht, seiner gesamten Mannschaft eine gute Mentalität zu bestätigen: „Ich denke, dass alle Spieler kämpferisch bis an ihr Limit gehen. Jeder hat seine eigenen Stärken, die er ins Team einbringen muss.“ 

In der Offensive hatte Hamburgs Cheftrainer wie schon gegen Hoffenheim mit Bobby Wood und Fiete Arp zwei Stürmer gegen Freiburg starten lassen. Eine Variante, die gegen die TSG besser gegriffen hatte als am Freitagabend. „Wir hatten gegen Hoffenheim deutlich mehr Zugriff, als gestern gegen Freiburg. Da war es nicht optimal. Dennoch ist es eine Variante, die auch in Zukunft vorstellbar ist“, erklärte Gisdol, der gleichzeitig bestätigte, dass sowohl Tatsuya Ito, als auch Vasilije Janjicic nah dran sind, wieder Einsatzzeiten zu bekommen. 

Positiv für die Rothosen ist zudem die anstehende Rückkehr von Albin Ekdal, der in der kommenden Woche das Team wieder unterstützen soll. Über den Mittelfeldstrategen, der zuletzt wegen einer Faszienverletzung im Oberschenkel gefehlt hatte, sagte Gisdol am Sonnabend: „Wir gehen davon aus, dass er am Dienstag wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen wird.“ 

Jubeltraube nach dem 2:0 gegen Hoffenheim.
Die Mission ist klar: So wie hier wollen die Rothosen auch in den kommenden beiden Heimspielen vor der Nordtribüne jubeln.

Der Ausblick: Mit dem erkämpften Punkt im Gepäck und der Gewissheit auch auswärts endlich wieder etwas Zählbares mitgenommen zu haben, starten die Rothosen nun in die Vorbereitung auf die letzte Englische Woche des Jahres mit gleich zwei Heimspielen in Folge. Nach der heutigen Rückreise und absolviertem Regenerationsprogramm gab der Trainer seinem Team aber zunächst einmal einen Tag frei. Am Montag stehen dann individuelle Behandlungen auf dem Programm, bevor am Dienstagmorgen der Fokus auf die anstehenden Partien gerichtet wird. Denn gegen den VfL Wolfsburg am kommenden Sonnabend (9. Dezember, Anstoß: 15:30 Uhr) und Eintracht Frankfurt am Dienstag (12. Dezember, Anstoß: 20:30 Uhr) soll die aktuelle Heimserie mit zwei Siegen in Folge unbedingt weiter ausgebaut werden. Am 15. Dezember empfängt dann Borussia Mönchengladbach die Rothosen (live ab 20:15 Uhr im HSVnetradio) zum letzten Auswärtsspiel des Jahres. 

„Wir haben aus den letzten vier Bundesliga-Spielen sieben Punkte geholt“, resümierte Gisdol am Sonnabend und gab sich mit Blick auf die kommenden Begegnungen kämpferisch: „Wir haben noch drei Partien bis zur Winterpause und wollen da nochmal alles reinlegen. Wir stehen unter Vollspannung und sind voll fokussiert. Wir haben vieles in der eigenen Hand, um aus dieser Saison eine gute zu machen.“ Die Vorbereitungen dafür beginnen am Dienstag.