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Becker: "Dieses Verhalten ist nicht zu tolerieren"

Interview

29.04.19

Becker: "Dieses Verhalten ist nicht zu tolerieren"

Ralf Becker erklärt im Interview, warum der Club bei Lewis Holtby die Konsequenz gezogen hat, dass er kein Spiel mehr für den HSV bestreiten wird.

Lewis Holtby wird bis zum Saisonende nicht mehr bei den Profis eingesetzt und ab sofort bei der U21 trainieren. Diese Entscheidung wurde dem Mittelfeldspieler heute nach einem Gespräch mit Sportvorstand Ralf Becker mitgeteilt. Es ist die Reaktion auf ein Fehlverhalten des Mittelfeldspielers, das sich am Sonnabend vor der Abreise zum Auswärtsspiel beim 1. FC Union Berlin zugetragen hatte. Holtby war nach dem Abschlusstraining zu Trainer Hannes Wolf gegangen und hatte darum gebeten, ihn nicht mit nach Berlin mit zu nehmen. Warum die Verantwortlichen mit dieser Konsequenz reagiert haben, erklärt Ralf Becker im Interview.

Heute wurde entschieden, dass Lewis Holtby nicht mehr bei den Profis eingesetzt und bis zum Ende der Saison bei der U21 trainieren wird. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?

Becker: Lewis hat dem Trainer vor der Abfahrt nach Berlin am Tag vor unserem wichtigen Auswärtsspiel gegen Union gesagt, dass er nicht mitfahren möchte. Dies war seine Reaktion darauf, dass er im Abschlusstraining nicht in der Startelf trainiert hatte. Dies hat er auch vor der Mannschaft ausgesprochen. Später hat er seine Meinung dann revidiert und gesagt, er habe einen Fehler gemacht. Aber nachdem das die gesamte Mannschaft schon mitbekommen hatte, war unser Glaube daran, dass er mit voller Überzeugung und vollem Herzen bis zum Ende bei unseren Zielen dabei ist, verloren gegangen. Mit dieser Einstellung werden wir unsere Ziele in den nächsten Spielen nicht erreichen und haben deshalb die Konsequenzen gezogen. Dieses Verhalten ist nicht zu tolerieren.

Vor dem Spiel gegen Union Berlin teilte Holtby Trainer Hannes Wolf mit, dass er ihn nicht mitnehmen solle.
Vor dem Spiel gegen Union Berlin teilte Holtby Trainer Hannes Wolf mit, dass er ihn nicht mitnehmen solle.

Sie haben den Vorfall gestern nach dem Spiel thematisiert. Warum haben Sie diesen Zeitpunkt gewählt?

Eines möchte ich betonen: Die Situation um Lewis Holtby hat nichts mit der Leistung und dem Spiel der Mannschaft gegen Union Berlin zu tun und soll auch nicht als Ausrede dafür dienen. Für uns war klar, dass wir vor dem Spiel Ruhe haben wollten, haben es bewusst nicht kommuniziert und alles dafür getan, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit nicht stattfindet. Nach dem Spiel bin ich konkret auf die erfahrenen Spieler und explizit auf die Nichtnominierung von Lewis Holtby angesprochen worden. Aus diesem Grund haben wir es dann erklärt.

Sie haben auch gesagt, dass man jetzt genau sehen müsse, auf welche Profis man sich noch verlassen könne. Was erwarten Sie für die letzten drei Spiele von den Spielern?

Wir erwarten Leute auf dem Platz und im Kader, die bis zum Ende alles für den Verein geben, alles andere unterordnen und persönliche Interessen hinten anstellen. Wir haben mit den beiden Heimspielen und dem Duell gegen Paderborn immer noch einige Möglichkeiten in der eigenen Hand. Jeder ist verpflichtet, egal ob jung oder alt, mit letzter Leidenschaft diese Aufgaben anzugehen.

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